Was macht einen guten Payment Service Provider aus? Die Top 5 Punkte auf die Händler achten sollten.

Veröffentlicht am

22.04.2020

Was ist ein Payment Service Provider?

Ein Payment Service Provider, oder PSP, wickelt Zahlungsprozesse ab und stellt damit die Verbindung zwischen einem Onlineshop und den Acquirern her.

Alle Beziehungen zu den verschiedenen Zahlungssystemen (seien es Kreditkarten, Debit Karten, mobile Apps, Apple oder Google Pay oder sogar AliPay) werden vom PSP verwaltet, so dass der Händler die Hände frei hat, um seine Energie auf die Beziehung zum Kunden zu konzentrieren. Mithilfe von einem PSP muss der Onlinehändler nur noch mit einem Anbieter verhandeln, um so die gewünschte Zahlungsmethode zu integrieren.

Da der Zahlungsprozess über unterschiedliche Zahlungswege auf der gleichen Plattform stattfinden kann, wird der gesamte Prozess sowohl für Händler als auch für Kunden unkomplizierter und komfortabler gestaltet.

Doch bei der Auswahl des richtigen Payment Service Providers gibt es einige Dinge zu beachten, so dass dieser genau zu Ihrem Onlineshop und Bedürfnissen passt.

Top 5 Auswahlkriterien bei der PSP Wahl

1. Vielfalt und Internationalität der Zahlungsarten

Bei der Auswahl des PSP für ihren Onlineshop sollten Händler ein besonderes Augenmerk auf die Vielfalt der Zahlverfahren legen. Neben gängigen Verfahren wie Kreditkartenzahlung, SEPA und Kauf auf Rechnung, sollte der PSP auch alternative Zahlungsmethoden (APMs) wie PayPal, Apple Pay und Klarna anbieten. Denn in der Regel gilt: Je höher das Portfolio an Bezahlarten, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden ihr präferiertes Verfahren vorfinden und es zum Kaufabschluss kommt.

Die Zahlungsgewohnheiten und -präferenzen von Kunden sind von Branche zu Branche und von Shop zu Shop unterschiedlich. So sind in der Touristik-Branche vor allem Kreditkartenzahlungen und Rechnungskäufe beliebt, während Unternehmen mit preisgünstigen Produkten meist Zahlungen durch Wallets und Paypal verzeichnen.

Ähnlich gibt es auch internationale und länderspezifische Zahlmethoden, da selbst branchentypische Zahlungspräferenzen zwischen Ländern und Kulturen variieren. So müssen Händler beispielsweise bei der Expansion in andere Länder feststellen, dass die Sprachbarriere noch ein relativ überschaubares Risiko darstellt. Der richtige PSP kann Händler in punkto Expansion durch die Lokalisierung von Zahlungsformularen, Bereitstellung von lokalen Zahlmethoden und durch die Annahme von Geldern in lokaler Währung unterstützen. Hier entstehen sonst meist die deutlich größeren Risiken.

2. Schnittstellen

Als Händler sollte man zudem darauf achten, dass sich die Services des PSP einfach und möglichst unkompliziert im Shop- und ERP-System integrieren lassen. Um es den Programmierern deutlich leichter zu gestalten, sollten alle nötigen Schnittstellen und Module in verschiedenen Programmiersprachen vorhanden sein.

Optimalerweise sollte der PSP einen One-Page-Checkout anbieten. Das bedeutet, dass alle Daten (Shopping Cart, Adresse, Liefermethode, Zahlungsart) auf einer einzigen Seite erfasst werden und es ermöglicht den Kunden, ihre Transaktionen schnell abzuschließen. Hier sollte den Programmierern des Onlineshops vom PSP auch bei der Gestaltung freie Hand gelassen werden. Die API sollte genug Freiheiten bieten, so dass alle Wünsche des Händlers umgesetzt werden können.

3. Reporting

Um im Anschluss an die Implementierung des PSPs einfache Transaktionsanalysen durchführen zu können, sollten Händler auch die zugehörigen Reporting- bzw. Analysetools des PSP in ihre Entscheidung einbeziehen. Während einige PSPs ihren Händlern standardisierte CSV Reports zur Verfügung stellen, bieten andere Analysen in Echtzeit durch Machine Learning an.

Alle PSPs bieten ihre eigene Variante eines Reportingtools, jedoch wissen die wenigsten Unternehmen wie es bestmöglich zu nutzen ist und wie die Reports analysiert werden können. Es ist also unabdingbar, sich vorab zu informieren inwiefern die Reports bereits durch den PSP analysiert werden oder wie effektiv es ist diese selbst zu analysieren. Alternativ bieten einige Beratungsunternehmen Payment Manager as a Service an. Als solcher verwalten Payment-Experten die Transaktionsanalysen und es ermöglicht eine detaillierte und kontinuierliche Überprüfung der Zahlungsleistung, um mögliche Optimierungspotentiale und -Maßnahmen zu erkennen und umzusetzen.

4. Alles aus einer Hand

Viele Händler betreiben heutzutage nicht nur Onlineshops sondern auch stationären Handel. Solche Händler sollten einen großen Wert auf die Omni-Channel Lösungen eines PSPs legen. Dennoch sollten auch reine Onlinehändler einen PSP wählen, der möglichst alle Dienstleistungen aus einer Hand anbietet. Das beinhaltet alle Aktivitäten von der Technik (Hardware und Software) und den Akzeptanzverträgen über die komplette Abwicklung der Transaktionen für die ausgewählten Zahlverfahren bis hin zu Customer und technischem Support. Weiterhin ist es auch vorteilhaft, wenn der PSP Services wie intelligentes Risiko- und Debitorenmanagement oder auch Issuing anbietet.

„Aus meiner Erfahrung empfehlen Payment Service Provider eine Exklusivität in den Verträgen, was aber zu erheblicher Inflexibilität auf Seiten des Händlers mit einhergeht. Beispielsweise wird das Logo vom PSP im Checkout angezeigt oder Sie dürfen keinen zweiten Payment Service Provider in Ihrer Infrastruktur einbinden.“

Sebastian Stabno, Senior Payment Consultant bei aye4fin

5. Transparenz

Mangelnde Transparenz, vor allem im Hinblick auf die Kosten ist bei vielen Händlern ein Hauptgrund sich für oder gegen einen PSP zu entscheiden. Doch was sollte man bei den Kosten alles beachten? Die zwei wohl wichtigsten Aspekte sind die Kosten für konkrete Leistungen, die der PSP dem Händler bietet (bspw. Kosten für die Implementierung zusätzlicher Zahlungsmethoden), sowie transaktionsabhängige Kosten. Beispielsweise gibt es oftmals sehr günstige technische PSPs, die vor allem den Transaktionsprozess beherrschen. Dementsprechend fallen neben den üblichen Kosten für zusätzliche Module aus deren Leistungsportfolio auch zusätzliche Kosten an.

Daher empfiehlt sich für die meisten Onlinehändler ein PSP, der sie individuell berät. Diese bieten neben den standardisierten Leistungen und Angeboten auch speziell auf die Bedürfnisse des Händlers zugeschnittenen Lösungspakete. Einige PSPs bieten sogar spezielle Branchenlösungen an.

Fazit

Viele Onlinehändler unterschätzen die Bedeutung der Zahlungsabwicklung. Ein professionelles Zahlungsmanagement entscheidet häufig über den Erfolg eines Onlineshops: Eine auf Branche und Zielgruppe angepasste Zahlungsabwicklung reduziert Kaufabbrüche, erhöht im Gegenzug die Conversion Rate und sorgt so für höhere Umsätze.

Payment Service Provider stehen E-Commerce-Anbietern als Partner bei der Zahlungsabwicklung zur Seite. Dabei sind Unternehmen sicherheitstechnisch immer auf dem aktuellsten Stand und auch eigene teure Zertifizierungen zur Akzeptanz von Kreditkarten sind nicht mehr notwendig.

Doch wie sieht es aus, wenn ein Onlineshop schon mit einem PSP zusammenarbeitet und es doch nicht so klappt wie erhofft? Testen Sie doch einfach unseren kostenlosen Online-Payment-Audit – wir errechnen Ihr Optimierungspotential und Sie können anhand von globalen Benchmarks Ihren Onlineshop vergleichen.